Das Faktorverfahren beim Ehegattensplitting

Das Ehegattensplitting wurde zu einer Zeit eingeführt, als die Rollenverteilung noch sehr “klassisch” war:  Der Ehemann als Alleinverdiener und Familienoberhaupt und die Ehefrau Hausfrau und Mutter.  Tatsächlich ist auch heute noch der Spareffekt beim Splitting dann am größten, wenn nur einer von beiden steuerlich relevante Einkünfte bezieht. Dass das Splittingverfahren zu wenig an die gesellschaftliche Entwicklung angepasst wird, wird von vielen kritisiert.


Die Berechnung der Einkommensteuer beim Ehegattensplitting

Die Berechnung des Splittingtarifs erfolgt, indem das zu versteuernde Einkommen beider Ehepartner addiert und dann halbiert, also gesplittet wird. Dieser Teil des zu versteuernden Einkommens wird dann nach dem geltenden Einkommensteuertarif besteuert und das Ergebnis verdoppelt. Das Ehegattensplitting gleicht unterschiedliche Einkommensverhältnisse verschiedener Ehepaare aus, die sich aufgrund des progressiven Anstiegs der Einkommensteuer ergeben.


Das Faktorverfahren – gerechte Verteilung der Lohnsteuer

Das Faktorverfahren  ermöglicht Arbeitnehmer-Ehegatten, vom Finanzamt vorab einen Faktor (welcher vom Finanzamt berechnet wird) auf beiden Lohnsteuerkarten mit Lohnsteuerklasse IV eintragen zu lassen, damit der monatliche Lohnsteuerabzug möglichst nah an der tatsächlichen Veranlagung am Jahresende liegt.  So wird das Risiko einer höheren Steuernachzahlung minimiert.

Diese Ergänzung zum Ehegattensplitting kommt zu den weiterhin möglichen Steuerklassenkombinationen III/V und IV/IV (ohne Faktor) hinzu. Je nach persönlicher Situation eignen sich die drei Möglichkeiten in unterschiedlicher Weise. Soll der monatliche Steuerabzug möglichst der realen Steuerschuld entsprechen, ist das neue Faktorverfahren vorzuziehen. Soll monatlich zunächst (bis zur Steuerveranlagung) mehr Nettogehalt übrig bleiben, sollte den bisherigen Kombinationsmöglichkeiten der Vorzug gegeben werden. III/V ist dabei insbesondere bei stark unterschiedlichen Einkommenshöhen der beiden Ehegatten optimal oder wenn ein Ehepartner im laufenden Jahr eine Lohnersatzleistung (z.B. Kurzarbeitergeld, Elterngeld, ALG) erwartet.

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Das Wichtigste in Kürze:

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